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19. AKF-FRAUENPREIS   

06.11.2015

Der Frauenpreis ging an die Frauensynode

Zum 19. Mal hat der Aargauische Katholische Frauenbund den AKF- Frauenpreis (früher Sanitas-Preis) verliehen. Die Feier fand in der reformierten Kirche Baden statt. Mit CHF 20‘000.00 dotiert gehört dieser doch zu den wichtigsten Preisen im Kanton Aargau. Der Preis ging an die Frauensynode 2016! Mit Ihrem Engagement vernetzen sie kirchliche und nichtkirchliche Frauen, ermutigen diese überaktuelle Themen nachzudenken, aus Frauensicht zu diskutieren und öffentlich sichtbar Stellung zu beziehen.

Die Preisträgerinnen
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Wie kommt es eigentlich, dass der Aargauische Katholische Frauenbund die Möglichkeit hat, seit bald 20 Jahren einen Preis in dieser Höhe zu vergeben?

 

Es ist eine Geschichte engagierter, mutiger und hartnäckiger Frauen aus den Reihen des AKF. Sie alle setzten sich vor ziemlich genau 100 Jahren mit Feuer und Flamme für ein nachhaltiges Werk ein, von welchem noch heute die Glut weitergereicht werden kann! Dem damals 3-jährigen Aargauischen Katholischen Frauenbund kam zu Ohren, dass Patientinnen und Patienten in aargauischen Kliniken sich über mangelnde religiöse Betreuung beklagten. Verhandlungen des Frauenbundes mit den damaligen Klinikleitungen brachten keinen Erfolg. Zwei initiative Kantonal-Vorstands-Frauen, Frau Winistörfer aus Hägglingen und Fräulein Meier aus Bremgarten, wandten sich an katholische Kreise anderer Kantone mit der Idee ein katholisches Sanatorium im Hochgebirge zu gründen.

Dieser Vorschlag fand Anklang und so konnte am 14. März 1916 (im 2016 feiern wir 100 Jahre Sanitas) die Gründungsversammlung stattfinden. Der damalige Wortlaut: „Es sei ein Katholisches Lungensanatorium zu gründen, weil in den allgemeinen Sanatorien die Seelsorge ungenügend sei, und zwar im Hochgebirge wegen den günstigen Bedingungen. Und es soll auch für ärmere Menschen zugänglich sein.“ Im ersten Vorstand waren neben Ärzten und Geistlichen auch Frauen aus verschiedenen Kantonen vertreten (Appenzell, St. Gallen, Thurgau, Graubünden und Aargau).

Bereits am 1. Nov. desselben Jahres wurde in Davos die Pension Albula mit 30 Betten gemietet. Das Haus war aber bald zu klein, so wurde 1922 das grosse Lungensanatorium Sanitaseröffnet. Über Jahrzehnte war „das Sanitas“ in Davos eine unverzichtbare Institution, vor allem für ärmere Menschen und für Tuberkulosekranke.

Im Jahre 1990 standen grosse Sanierungen an, zudem hatte sich die ganze Situation im Gesundheitswesen seit dem Gründungsjahr grundlegend verändert. Das Lungensanatorium wurde verkauft.

Eigentlich wäre die Geschichte Sanitas hier nun zu Ende. Damit gäbe es heute jedoch keinen Frauenpreis, denn dem Aarg. Kath Frauenbund wurde damals schlicht mitgeteilt, das Lungensanatorium Sanitas sei verkauft und der Erlös daraus entspreche in etwa der eingebrachten Summe bei der Gründung im Jahre 1916. Ein 5-stelliger Betrag. Der damalige AKF gab sich zum Glück damit nicht zufrieden und Dank grossem, nicht immer einfachen Einsatz und Kampfgeist des damaligen Kantonalvorstandes und von 2 Ehrenmitgliedern Caroline Meier, Elisabeth Seiler und einem Badener Anwalt gelang es dem AKF, den gerechten Anteil am Verkaufserlös zu bekommen. Die Summe war dann um ein vielfaches höher.

Der erkämpfte Erlös wurde in einen gemeinnützigen Fond angelegt, dem „AKF-Sanitas-Fond“. Dieser Fond erlaubt es dem heutigen AKF, Frauen und Institutionen, die sich für das Wohl von Frauen und Familien einsetzen, auszuzeichnen. Das Werk, der ersten AKF-Frauen, die damals mit riesigem Engagement an Bazaren und Sammlungen „fränkliweise“ Geld zusammengetragen haben, wird somit im Sinne der Gründerinnen auf eine gute Art fortgesetzt.

Der diesjährige Preis ging an die Frauensynode.

Dass ein katholischer Preis in einer reformierten Kirche verliehen wird, ist genau ein Grund, warum die Projektgruppe Frauensynode2016, diesen Preis bekommen hat. Die Frauensynode 2016 ist am 28. August 2016 in Aarau!

Durch die Feier führten Frau Pia Viel, Co-Präsidentin des AKF und Frau Vroni Peterhans, Präsidentin der Sanitas-Kommission. Eine Frauen-Gruppe, die so viel Glut entfachen kann, hat den Preis verdient. Mit ihrer Energie, wird sie ein Feuer der Begeisterung auslösen und somit zur Energietankstelle für viele Frauen werden. So die Worte in der Laudatio.

Grussworte an die rund 70 Anwesenden und Preisträgerinnen kamen u.a. von Catherine Berger (ref. Landeskirche). Das Motto der Frauensynode 2016 sei Energie. Sie betonte wie wichtig die Vernetzung von kirchlichen und nichtkirchlichen Frauen sei und wünschte den Preisträgerinnen viele visionäre und bewegende Momente, aber auch viel Energie um Bewegung in wichtige Themen zu bringen.

Heinz Altdorfer (kath. Kirchenrat) zeigte viel Bewunderung für die Geschichte der Sanitas und der Frauensynode. Dieser Kreislauf, wie Ideen und Visionen von Frauen angepackt wurden, karitativ umgesetzt, und dann mit den Einnahmen nochmals wohltätig zu unterstützen, verdiene viel Respekt.

Auch der Stadtammann von Baden, Geri Müller, hiess alle willkommen und zeigte sich erfreut, dass dieser Anlass in Baden stattfand. Er dankte den Frauen für die Energie und den Einsatz und er wünschte, dass es nicht nur Energie koste, sondern dass viel Bewegung und Begeisterung für die Sache der Frau entstehe.

Im Publikum sassen tatsächlich vor allem Frauen. Unter den Gästen waren u.a. auch Ruth Humbel und Marianne Binder. 

In ihren Dankesworten meinte die Preisträgerin: Sie fühlen sich durch den Preis bestärkt, ihr Motto der Frauensynode 2016 „ENERGIE: bestärken, bewegen, bewirken“ durchzusetzen. Im Aargau gehörten nicht nur Wasserkraft und Atomkraft zu Energiequellen. Sondern auch Frauenpower! Energiezukunft und Energie sparen, das ist nur einen Teil der Themen, welche die Frauensynode 2016 anspricht.

Die Musik von Acoustic Colours begleitete wunderschön durch den Abend… auch hier Frauenpower…

Die Preisverleihung endete mit einer wärmenden Kürbissuppe ums Feuer. Später an diesem Abend konnten wir noch schön vorgetragene, biblische Frauengeschichten hören. Im besinnlichen Ambiente der Stadtkirche Baden.
Text Merice Rüfenacht / Fotos Lilo Veraguth

 


Römisch-Katholische Kirche im Aargau